P R E S S E I N F O R M A T I O N

Der Geschichtomat ist online. Schüler entdecken das jüdische Hamburg.

Gestern jährte sich die Machtergreifung Hitlers zum 80. Mal. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft führte in den folgenden 12 Jahren zur Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland. Heute wissen die wenigsten jungen Menschen etwas über die Vielfalt jüdischer Geschichte und Kultur in der Hansestadt Hamburg.. Vorurteile über Juden prägen nach wie vor ihre Wahrnehmung. Um dem entgegenzuwirken und eine zeitgemäße Form der Erinnerungskultur mit Jugendlichen zu entwickeln, hat das Institut für die Geschichte der deutschen Juden gemeinsam mit dem atelier für gesellschaftsgestaltung das Projekt „Geschichtomat – Entdecke das jüdische Hamburg!“ ins Leben gerufen.

Im Rahmen der Projektwoche vom 4. bis 8. Februar 2013 gehen Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse an der Franz von Assisi-Schule in Barmbek mit iPads, Video- und Fotokameras auf Spurensuche. Sie forschen selbstständig in Archiven, gehen auf die Suche nach dem Heine-Denkmal und beschäftigen sich mit den „Bertinis“. Die Schüler entwickeln eigene Fragen und erhalten einen Einblick in die jüdische Vergangenheit und Gegenwart Hamburgs. Welche Themen und Eindrücke sie wiedergeben, welche Geschichte sie erzählen möchten, entscheiden sie selbst. Am Dienstag, den 5. Februar, führen sie Zeitzeugengespräche und befragen den Landesrabbiner Shlomo Bistritzky.

Am Ende der Projektwoche stellen sie ihre Texte, Interviews, Videos und Bilder auf der Website www.geschichtomat.de online. So entsteht ein von Schülern für Schüler gestalteter digitaler Stadtplan zu jüdischer Geschichte und Leben – der Geschichtomat.

„Der Einsatz neuer Medien, die selbstständige Themenfindung und das praxisorientierte Arbeiten bieten den Schülern einen neuen Zugang zum Erlernen von Geschichte und fördern die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Kultur“, so Ivana Scharf, die Projektleiterin. Ziel ist es, die häufig dominierende opfergeschichtliche Perspektive auf jüdische Geschichte zu durchbrechen, indem neue Aspekte in den Fokus gerückt und Anknüpfungspunkte an den Lebensalltag der Schüler geschaffen werden.

„Der Geschichtomat leistet einen Beitrag zur Bewahrung und Dokumentation des jüdischen Erbes in Hamburg, der sich das Institut für die Geschichte der deutschen Juden seit seiner Gründung verpflichtet fühlt“, betont Dr. Andreas Brämer, der den Anstoß für das Projekt gegeben hat.

Geschichtomat wird in enger Kooperation zwischen dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ) und dem atelier für gesellschaftsgestaltung realisiert und ist möglich durch die Förderung der Reinhard Frank Stiftung sowie der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Medienpartner ist das Hamburger Abendblatt.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Schüler bei ihrer Spurensuche in Barmbek während der Projektwoche zu begleiten. Für Fragen stehen Ihnen die Projektleiter Dr. Andreas Brämer und Ivana Scharf, gern zur Verfügung.

Institut für die Geschichte der deutschen Juden
Projektbüro geschichtomat

Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Festnetz 040 42 83 88 045

Die mobile Website erreichen Sie unter www.geschichtomat.de

Die Neuigkeiten erreichen Sie unter Geschichtomat – News – Presse

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